
Ich glaube, dass Schönheit nicht durch Perfektion entsteht, sondern durch Übereinstimmung. Das ist kein hübscher Satz für die Wand – es ist der Grund, warum ich manche technisch einwandfreie Arbeit trotzdem für misslungen halte.
Ein Schnitt kann handwerklich stimmen und trotzdem falsch sitzen. Nicht, weil die Linie schief wäre, sondern weil er von einer anderen Frau erzählt als der, die im Stuhl sitzt. Man sieht das nicht am Haar. Man sieht es daran, wie jemand danach den Kopf hält.

Umgekehrt gibt es Ergebnisse, die jeder Lehrbuchprüfung widersprechen und trotzdem stimmen, weil sie zu der Person gehören.
Meine Aufgabe ist es nicht, Menschen zu verändern, sondern sichtbar zu machen, was bereits in ihnen steckt. Das klingt bescheidener, als es ist: Es heißt, dass ich zuerst herausfinden muss, was das ist – und dass ich mich irren kann.
Deshalb frage ich am Ende nie, ob es gefällt. Ich frage, ob es sich nach dir anfühlt. Das sind zwei verschiedene Fragen, und nur die zweite ist zu gebrauchen.

